Golfito

Der langgestreckte Ort auf dem schmalen Streifen zwischen Urwald und Meer hat sichtbar bessere Zeiten gesehen. Und ist doch einer der schönsten Plätze, die wir in Costa Rica gefunden haben. Von 1938 bis 1984 war Golfito blühendes Zentrum des Bananenanbaus. Bis nach Palmar Sur fuhren auf wackeligen Schmalspurgleisen die Dampfloks, um wagenweise die Bananen abzuholen und zu den wartenden Dampfern zu bringen. Anbauflächen, Bahn, Hafen und Arbeiter – alles war fest in der Hand der US-United Fruit Company. Als 1984 nicht nur die Arbeiter mehr Rechte und mehr Lohn forderten, sondern auch noch Pflanzenkrankheiten und höhere Steuern den Profit drückten, packten die amerikanischen Bananenfirmen kurzerhand die Koffer. Die Zukunft der Menschen und der Region interessierte sie nicht – und so herrschten nur sechs Monate später Massenarbeitslosigkeit und Armut. Schienen und Bohlen der Eisenbahn wurde vor lauter Verzweiflung herausgerissen und verkauft – Golfito drohte zur Geisterstadt zu werden. 1990 versuchte die Regierung die Notbremse zu ziehen und schuf am alten Hafen eine Freihandelszone, zu der der heute Käufer aus ganz Costa Rica kommen. Organisierten Tourismus gibt es kaum – wer den Weg hierher findet, kann sich auf eigene Faust freuen über die pittoresken Fischerhäuser am Golfo Dulce, über unberührte Mangrovenwälder, urige Flussufer oder die unentdeckte Playa Zancudo. Große Teile der Region sind zum Naturschutzgebiet erklärt worden.

Die amerikanischen Investoren haben Golfito aber auch nicht vergessen: Sie planen gerade, ganz Golfito aufzukaufen. Dann sollen die bunten Häuser aus der Boomzeit abgerissen und ein riesiger Yachthafen gebaut werden. Die Menschen von Golfito wehren sich mit allem, was sie haben.

Die Hotels

Esquinas Rainforest Lodge

Diese kleine Lodge hat nur 10 Zimmer und liegt in mitten eines privaten Regenwaldreservats, dass unter anderem von der Österreichischen Regierung mitfinanziert wurde, und trägt daher auch den Namen „Regenwald der Österreicher“. Neben der Lodge findet sich hier auch eine Forschungsstation sowie die Möglichkeit, ausgedehnte Touren zu Fuß oder mit dem Pferd zu unternehmen, um die unglaubliche Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu entdecken. Auch für Vogelbeobachter ist die Lodge ein Paradies, über 380 Vogelarten wurden hier schon gesichtet.

Playa Nicuesa Rainforest Lodge

Diese klimaneutrale Ökolodge am Golfo Dulce gehört zu den gehobeneren Hotels des Landes. Bei nur 10 Zimmern erwarten sie hier Komfort und Ruhe, wie sie in dieser Klasse nicht oft zu finden sind. Schnorcheln gehen im Meer, eine Wanderung durch den Urwald, Kayak fahren in einer Lagune – hier ist vieles möglich. Man kann zum Beispiel auch den ganzen Tag auf der Terasse liegen und das Regenwaldpanorama genießen.

Anreise

Golfito erreichen Sie entweder entlang der Küstenstrasse über Jacó, Quepos und Palmar Sur (ca. zweieinhalb Stunden ab Manuel Antonio) oder über die Panamericana (San Isidro-Buenes Aires-Palmar-Golfito). Bei Rio Claro fahren Sie Richtung Golfito. Eine recht schlechte Strasse zweigt schon bei Briceno ab, über La Gamba. Eine genaue Anfahrtsbeschreibung zum Hotel erhalten Sie mit Ihrer Buchungsbestätigung. Alternativ bieten wir auch Inlandsflüge an.